Nouvelles – Take 3!

Viele Facetten und viel Abwechslung stecken im dritten Nouvelles-Frühling drin. Am ersten Mittwoch Abend bilden zwei unterschiedliche Frauenportraits den Auftakt (2. März 2016). Eine privat – die andere in der Öffentlichkeit agierende Persönlichkeit. Hedi Schneider kennen wenige – Hannah Arendt viele. Viel explosiver Diskussionsstoff bietet auch der zweite Filmabend (9. März 2016), mit dem gewagten und mutigen Film „Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“. Anwesend ist auch die Regisseurin Stina Werenfels. Anschliessend folgt Lucie Kniel-Fux, eine Fachperson, die mit Stina Werenfels ein Gespräch über den Film, die gezeigte Sexualität und Selbstbestimmung, führen wird. Der dritte Abend schliesslich steht unter dem Thema Flucht. Auch hier begrüssen wir besondere Gäste, sodass der 16. März 2016 in guter Erinnerung bleibt. Wir hören einen Vortrag zum Thema Flüchtlingsproblematik & -chancen des Flüchtlingsexperten Nima Pour Jakub und dürfen der syrischen Musik von Bahur Ghazi lauschen…Begleiten Sie uns auf diese Reise! Zu guter Letzt wird in Zusammenarbeit mit der SIPE Oberwallis – sie feiert ihr 40-jähriges Bestehen – eine Einführung zur Arbeit der SIPE mit anschliessendem Apéro gegeben.

Unser Programm als PDF: Plakat-Nouvelles-2016

(Sandra Maesano)

Programm 02. März 2016

02. März 2016 – 19:00 Uhr

Hedi Schneider steckt fest
Sonja Heiss / Deutschland / 2015 / Tragikomödie / D / 92’

Hedi (Laura Tonke), ihr Freund Uli (Hans Löw) und ihr Sohn Finn (Leander Nitsche) entsprechen so ziemlich der Idylle von Familie, von aussen würde man sicherlich sagen: Eine glückliche Familie. Mit Gelegenheitsjobs halten sie sich über Wasser und die dadurch gewonnene Freiheit scheinen sie zu geniessen. Im Speziellen ist es Hedi, die geneigt ist, jegliche negative Energie oder negativen Gedanken von sich zu weisen. Unreflektiert und glücklich könnte man meinen…Doch plötzlich wird ihr Alltag von auftretenden Panikattacken getrübt, was mit dem Selbstmordversuch eines Arbeitskollegen zusammenhängt. Hedi steckt fest – erst nur im Aufzug, bald in ihrem Kopf. Ihre Lebensfreude scheint versiegt … oder nicht?

Regisseurin Sonja Heiss hat ein Gespür für sanften Humor in ungewöhnlichem Ambiente. Es gelingt ihr, trotz der ernsten Problemstellung um eine psychische Erkrankung einen humorvollen Film und letztlich eine optimistische Komödie folgen zu lassen.

 


 

02. März 2016 – 21:00 Uhr

Hannah Arendt
Margarethe von Trotta / Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Israel / 2012 / Politdrama / D / 113’

Immer wieder soll an Hannah Arendt (herausragend gespielt von Barbara Sukowa) erinnert werden, denn sie war vieles gleichzeitig: Eine politische Theoretikerin, die ein Schlüsselwerk der Totalitarismus-Analyse verfasst hat, eine Kämpferin, die keine Rücksicht nahm, am wenigsten auf sich selbst, und nicht zuletzt eine Schriftstellerin und grosse Intellektuelle ihrer Zeit. Erst in Deutschland, dann in den Staaten… Die Regisseurin Margarethe von Trotta setzt Hannah Arendt ein Denkmal und hat einen der grössten Skandale der Nachkriegszeit verfilmt, den weltweiten Aufruhr um Hannah Arendts Buch «Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen». Hannah Arendts im New Yorker erschienene Reportage löste unter den Intellektuellen einen Eklat aus; und die Überlebenden der Vernichtungslager empfanden ihre Erklärung über die Banalität des Bösen derart verharmlosend, dass sie gar von einer zweiten symbolischen Ermordung der Juden sprachen, ausgerechnet durch die Jüdin Hannah Arendt!

Programm 09. März 2016

09. März 2016 – 19:00 Uhr

Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern
Stina Werenfels / Schweiz / 2015 / Drama / D / 90’

Nach dem Theaterstück «Die sexuellen Neurosen unserer Eltern» von Lukas Bärfuss Dora (Victoria Schulz) ist 18 und in der Sturm- und Drangphase ihres Lebens. Sie ist anders als viele junge Frauen ihres Alters- sie ist leicht geistig behindert und ihre sexuelle Neugier erwacht mehr und mehr. Sie jobbt in Teilzeit an einem Gemüsestand und folgt eines Tages einem mysteriösen Mann auf die U-Bahntoilette, in der er sie schliesslich unsanft entjungfert. Die Geschichte der beiden endet jedoch nicht hier… Der mysteriöse Mann heisst Peter (Lars Eidinger) – nicht behindert und etliche Jahre älter als Dora. Er schert sich nicht um gesellschaftliche Konventionen und nimmt die junge Frau in ihrer sexuellen Lust letztlich ernst – unverfroren, aber auch unverantwortlich. Darin liegt der Mut der Regisseurin Stina Werenfels: Sie zeigt schonungslos Facetten menschlicher Begierden unter unterschiedlichsten Perspektiven und familiären Verflechtungen, will aber nicht einfach nur schockieren, sondern die Rätselhaftigkeit dieser Begegnung vielschichtig darlegen.

Anschliessendes Gespräch zwischen der Regisseurin Stina Werenfels und Lucie Kniel-Fux, Fachperson Sexualität und Behinderung.


09. März 2016 – 21:30 Uhr

Life in Progress
Irene Loebell / Schweiz / 2014 / Doku, Drama, Musical / OV dt. UT / 99’

Die Zürcherin Irene Loebell hat drei südafrikanische Jugendliche in ihrem Alltag, der vom Tanzen begleitet ist, während zwei Jahren hautnah dokumentiert und ist dabei zunehmend eine Vertraute von ihnen geworden. Alle drei sind vaterlos aufgewachsen, suchen ihren Platz in der Welt. Sie sind Mitglieder der Tanzgruppe Taxido, welche durch Jerry (39) den Tanzcoach gegründet wurde. Wie die Jugendlichen lebt auch Jerry in einem Township von Johannesburg genannt Katlehong, was so viel bedeutet wie «Fortschritt». Der Ort ist leider nicht, was der Name erhoffen lässt. Jerry führt seine Tanzschule nicht immer mit psychologischem Feingefühl und Verständnis für die Jugendlichen: Tshidiso (18), Venter (17) und Seipati (16). Tshidiso, der stolz ist auf seine elf Freundinnen. Seipati, die als ein kleiner Tanz-Star auf Erfolgskurs gehandelt wird, bis sie schwanger wird und ausschert. Venter ist ehrgeizig, macht die Matura und will an die Universität. Südafrika, 20 Jahre nach der Apartheid: Ein Film voller Musik, lebendig, beherzt, hoffnungsvoll.

Programm 16. März 2016

16. März 2016 – 19:00 Uhr Ein Abend zum Thema Flucht

My Honeymoon (Kurzfilm)
Eileen Hofer / Schweiz / 2014 / CH-dt. mit dt. UT / 4’

Die Regisseurin Eileen Hofer unternimmt eine Reise nach Sofia (Bulgarien), da im Jahr 2013 über 10`000 Asylsuchende vor allem aus Syrien nach Bulgarien flüchten, ein Land, das selbst eines der ärmsten Länder Europas ist. Dort trifft sie Berivan und ihren Mann und improvisiert in weniger als einer Stunde diesen Kurzfilm.


 

Parvaneh (Kurzfilm)
Talkhon Hamzavi / Schweiz / 2012 / CH-dt. mit dt. UT / 24’

Parvaneh, eine junge afghanische Migrantin, lebt in einem Durchgangszentrum in den Schweizer Bergen. Als sie von der Krankheit ihres Vaters erfährt, reist sie zum ersten Mal nach Zürich, um ihrer Familie Geld zu schicken. Dies ist der Startpunkt einer Reihe unterschiedlichster Begegnungen.


 

Das Golddorf – Asyl im Heimatidyll (Kurzfilm)
Carolin Genreith / Deutschland / 2014 / D / 73’

Heimatlos trifft auf Heimatidylle: Flüchtlinge aus aller Welt kommen in das urbayerische Chiemgau und bringen die Weltpolitik in das idyllische Dorf Bergen. Die Regisseurin Carolin Genreith zeigt auf spannende Art und Weise und mit einem humorvollen Blick, wie zwei ganz unterschiedliche Konzepte von Heimat aufeinander prallen und sich im Grunde doch nicht ganz unähnlich sind. Findet Annäherung statt? Eine Culture-Clash-Tragik-Komödie und ein Heimatfilm der anderen Art!

Anschliessend: Vortrag von Nima Pour Jakub
Musik von Bahur Ghazi mit dem syrischen Instrument Oud

Programm 23. März 2016

23. März 2016 – 19:00 Uhr in Zusammenarbeit mit der SIPE Oberwallis

Brodeuses
Eléonore Faucher / Frankreich / 2004 / Drama / OV dt. UT / 88’

Die 17-jährige Claire (Lola Naymark) lebt in einer Kleinstadt in der französischen Provinz. Nach der Schule hat sie nun endlich eine Arbeit als Kassiererin gefunden und verdient ein wenig Geld. Von einem Jungen, der im selben Supermarkt arbeitet, ist sie im fünften Monat schwanger. Sie selbst verdrängt die Schwangerschaft zunächst und spricht von Gewichtszunahme infolge einer Cortisonbehandlung. Claire will das Kind anonym zur Welt bringen und zur Adoption freigeben. In einem Nachbarort sucht Claire nach Arbeit, damit sie niemandem etwas von der Schwangerschaft erzählen muss. Sie begibt sich zu Frau Mélikian, um nach einer Arbeit als Perlenstickerin zu fragen. Claire stickt in ihrer Freizeit leidenschaftlich mit Perlen, Pelzen und Knöpfen und stellt kleine Kunstwerke her. Eine innere Reise und Reifung setzt ein…

Dieses Spielfilmdebüt ist selbst eine Perle! Subtil entwickelt und inszeniert, unaufdringlich in der Kameraführung und intensiv in der Bildsprache.

Fachgespräch zur Arbeit der SIPE mit anschliessendem festlichem Apéro zum 40 Jahr Jubiläum der SIPE.

Programm 4. März 2015

Regisseurin Ivana Lalovic ist anwesend

Little fighters (19:00 Uhr)

  • Kurzspielfilm von Ivana Lalovic
  • Schweiz 2010
  • Drama
  • 15 Minuten

littel fighters IvanaEin Vorort im Krieg. Die beiden Brüder Almen und Harun vertreiben sich die Zeit damit, die umliegende Landschaft nach Veränderungen abzusuchen. Weil ihre kleine Schwester sich so sehr vor Granateneinschlägen fürchtet, erzählen sie ihr, dass sich in den umliegenden Hügeln nicht echte Feinde, sondern nur die Indianer aus ihren Comics verstecken. Als Selma den Geschichten tatsächlich Glauben schenkt, begibt sie sich bald unwissend in Gefahr.

 


Ich träume nicht auf Deutsch

  • Kurzfilm von Ivana Lalovic mit Luna Mijovic (!)
  • Schweiz 2008
  • Melodrama
  • Bosnisch und Deutsch
  • 13 Minuten

Ich träume nicht auf deutschDie siebzehnjährige Lejla arbeitet mit ihrer Freundin Anita (25) in einem edlen Hotelrestaurant über den Dächern von Sarajevo. Eines Tages lernt Lejla Milos (43) kennen, der seit dem Krieg in Bosnien in der Schweiz lebt und in Sarajevo auf Geschäftsreise ist. Anita schliesst die Tür des Hotels und bemerkt die beiden nicht. Nun sind Milos und Lejla auf sich gestellt und kommen sich näher, ohne zu ahnen, dass…

Der Kurzfilm beeindruckt durch die Intensität, die der Film innerhalb von 13 Minuten zu kreieren vermag. Eine kluge und dicht erzählte Story mit der beeindruckenden jungen bosnischen Schauspielerin Luna Mijovic („Traumland“).


Sitting next to Zoe (20:30 Uhr)

  • Ein Film von Ivana Lalovic– Spielfilmdebüt! Mit Lea Bloch
  • Schweiz 2013
  • Komödie/ Drama (Spielfilm)
  • 88 Minuten

Pressefoto_SITTING_NEXT_TO_ZOE-Lea_Bloch_(Asal)-Runa Greiner_(Zoe) (1)Zoe und Asal, beide 15 Jahre alt, stammen aus Spreitenbach in der Schweiz und sind beste Freundinnen, obwohl sie sehr verschieden sind: Asal hat gerade die Gymiprüfung bestanden, möchte aber endlich herausfinden, wer sie hinter der Fassade des braven, angepassten Mädchens wirklich ist. Zoe dagegen weiss dies ganz genau: Ihre Leidenschaft ist das Make-up, und sie träumt von einer Schule in Paris.

Die Schweizerin Ivana Lalovic hat ein Portrait geschaffen, dass all die widersprüchlichen Facetten der Freundschaft der beiden Mädchen aufzuzeigen vermag. Diese Freundschaft wird jedoch auf die Probe gestellt, als Asal den Schweden Kai kennenlernt. Sitting next to Zoe erzählt eine atmosphärische Sommergeschichte von zwei jungen Frauen und ihren Träumen und Idealen.

Programm 11. März 2015

Furer-Soldan (19:00 Uhr)

  • Kurzfilm von Julia Furer
  • Schweiz 2014
  • 9 Minuten

Furer Soldan juliaMit Furer-Soldan versucht die Regisseurin ihre persönliche Familiengeschichte zu rekonstruieren. Die Trennung der Eltern steht im Mittelpunkt des Geschehens. Warum ist der Traum der Familie geplatzt? Erklärungsversuche – in Form von Rückblicken in die Vergangenheit und Eindrücken aus der Gegenwart.

 

 


En août

  • Kurzfilm von Jenna Hasse
  • Schweiz 2014
  • 9 Minuten

Ein Morgen im August. Die sechsjährige Margaux erwacht früh. Die Mutter schläft noch. Margaux tritt ans Fenster und sieht, wie ihr Vater Kartons im Auto verstaut. Ein entscheidender Moment im Leben des kleinen Mädchens.


Bam Tchak

  • Kurzfilm von Marie-Elsa Sgualdo
  • Schweiz 2010
  • 16 Minuten

Bam Tchak MarieZum allerersten Mal schnallt sich Laetitia die Skier an. Dies ihrer Tochter zuliebe, die Geburtstag hat. Ein misslungener Versuch. So keimt in Laetitia der Wunsch, ihrer Rivalin eine fette Ohrfeige zu verpassen. Diese hat ihr ihren Gatten, einen talentierten Skifahrer, weggeschnappt. An Unterstützung für die Durchführung des Plans fehlt es nicht.

 

 


Gabrielle – (k)eine ganz normale Liebe (21:00 Uhr)

  • Ein Film von Louise Archambault mit Gabrielle Marion-Rivard, Alexandre Landry
  • Kanada 2013
  • Drama/Romanze
  • 103 min.

GabrielleGabrielle, eine junge Frau mit einer aussergewöhnlichen Musikbegabung, leidet am Williams-Syndrom. Ihren Freund Martin, welcher ebenfalls das Williams-Syndrom hat, lernt sie im Freizeitzentrum kennen, in welchem die beiden in einem Chor der Therapiegruppe mitsingen. Als sie ihre Beziehung vertiefen wollen, interveniert Martins Mutter und zwingt Martin, den Chor zu verlassen. Gabrielle stürzt dadurch in eine Krise. Gabrielle unternimmt  alles, um trotz ihrer Behinderung ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen. Gabrielle kämpft gegen gesellschaftliche Vorurteile, familiäre Widerstände und gegen ihre eigenen Grenzen an, um mit Martin eine aussergewöhnliche Liebe zu leben.

Programm 18. März 2015

Der Goalie bin ig
Wenn echte Freundschaft nicht mehr zählt  (19:00 Uhr)

  • Ein Film von Sabine Boss nach dem Roman von Pedro Lenz
  • Mit Marcus Signer und Sonja Riesen
  • Schweiz 2014
  • Drama/Liebesfilm
  • 92 Minuten

der Goli bi igSabine Boss erzählt die Geschichte eines Herumgammlers und Drogenkonsumenten, angesiedelt 1988 in der Berner-Provinz. Der gutmütige Ernst, von allen „der Goalie“ genannt, kehrt nach einem Jahr Gefängnis zurück an seinen Heimatort Schummertal. Hier ist er gross geworden, hier hat er seine Freunde und scheinbar hat sich nicht viel verändert. Wie damals als kleiner Junge, wo er für seinen besten Freund auf dem Fussballfeld Prügel bezogen hat, so wird er auch diesmal zum Sündenbock und springt für seinen Freund Ueli in die Bresche.

Der Goalie will neu anfangen. Er ist nun clean, findet Arbeit und verliebt sich in Regula. Ähnlich wie bereits bei „Mary & Johnny“, hören wir auch hier immer wieder die sonore Stimme eines gutmütigen Träumers (Marcus Signer) aus dem Off. Die Vergangenheit lenkt zwar von der Gegenwart ab, doch abschütteln kann man sie nicht. So holt sie auch den Goalie immer wieder ein.

Dieser Film ist sanft melancholisch und doch so wahrhaftig wie das Leben selbst.
Vertrauen. Freundschaft. Verrat.
Die Macht des Wortes…ist eine überragende Stärke dieses Films!


Mi vida sin mi – Mein Leben ohne mich (21:00 Uhr)

  • Regisseurin ist hier Isabel Coixet
  • Mit Sarah Polley und Mark Rufallo
  • Spanien/Kanada 2003
  • Drama/Liebesfilm
  • 106 Minuten

Ein Leben ohne michDie 23-jährige Ann lebt mit ihrem Mann und zwei kleinen Töchtern in einem Wohnwagen im Garten ihrer Mutter. Das erste Kind bekam sie mit 17, sie brach die Schule ab und arbeitet als Nacht-Putzfrau an der Uni. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie erfährt, dass sie an Eierstockkrebs erkrankt ist und nur noch 2-3 Monate zu leben hat. Sie verweigert eine Behandlung und entschließt sich, niemandem zu erzählen, dass sie sterben muss, nicht einmal ihrer Familie; scheinbar führt sie ihr Leben weiter wie bisher. Sie setzt sich in ein Café und schreibt eine Liste von Dingen, die sie gern tun möchte, bevor sie stirbt. Neben scheinbar banalen Alltäglichkeiten wie der Veränderung ihrer Frisur möchte sie zum ersten Mal Sex mit einem anderen Mann haben, da ihr Ehemann Don ihr erster und einziger Mann ist. Und sie wünscht sich, dass sich jemand in sie verliebt. Gleichermaßen regelt sie die Zeit nach ihrem Tod: Sie sucht eine neue Frau für ihren Mann und bespricht Kassetten für die Geburtstage ihrer beiden kleinen Töchter bis zu deren 18. Lebensjahr.

Drama-ja! Talfahrt-jein! Trotz all dieser tragischen und unumkehrbaren Umstände, besticht der Film durch eine Hommage an das Leben, die Liebe. Interessant zu beobachten ist auch, wie Handlungen durchgezogen werden und nicht in einem was-wäre-wenn…stecken bleiben!

Programm 25. März 2015

Mittsommernachtstango (19:00 Uhr)

  • Ein Film von Viviane Blumenschein mit Aki Kaurismäki
  • Argentinien, Finnland, Deutschland 2013
  • Dokumentation/Musikfilm
  • 84 Minuten

Kühles Finnland und die Urstätte des Tangos – das mag auf den ersten Blick nicht recht zu einander passen. Der finnische Regisseur Aki Kaurismäki behauptet, dass nicht etwa Uruguay oder Argentinien die Heimat des Tangos seien, sondern das nordeuropäische Finnland. Und so reisen drei Argentinier, begleitet von der Dokumentarfilmerin Viviane Blumenschein, quer durch „das Land der tausend Seen“, um sich Gewissheit zu verschaffen, wo die wahren Ursprünge des Tanzes tatsächlich zu finden sind.

Zunächst treffen sie auf viel Wald, wenige Menschen und fahrbare Ein-Mann-Saunen. Dann lernen sie jedoch finnische Tango-TänzerInnen und deren nordeuropäische Interpretation des Tanzes kennen. Spannend, musikalisch und natürlich; erotisch. Wie der Tango.

Nouvelles – Film im Fokus Mittwoch Movie!

Nouvelles-Cut! Auch dieses Jahr heisst es wieder Film ab, bei Nouvelles, den Filmen von Frauen für alle Welt und im Speziellen für die Kulturlandschaft im Oberwallis.

Dabei wird wieder auf Kurzfilme gesetzt und auch dieses Jahr ist eine Regisseurin zugegen, deren Spielfilmdebüt im Kino Capitol in Brig gezeigt wird. Zudem neu: Eine Podiumsdiskussion mit Familienthemen und einer Fachperson und ein vierter Abend unter dem Thema Tango aus Argentinien nach Finnland exportiert… mit Live Dance!

Alle vier Abende im März werden neu jeweils am Mittwochabend über die Bühne gehen.

Frische und Abwechslung sind dabei von den Themen der jeweiligen Abendgestaltung her garantiert! In ungezwungener Atmosphäre können die Kurz- und Spielfilme genossen werden und wer Lust hat, kann sich auch an Diskussionen oder beim Interview mit der Regisseurin Ivana Lalovic einbringen.

Wir unterstützen Schweizer filmschaffende Frauen auch dieses Jahr, sowohl bei den Kurzfilmen als auch bei den Spielfilmen: Unter anderem zweigen wir Sabine Boss‘ viel gerühmter Spielfilm über den Aussenseiter „dr Goali“ im gleichnamigen Film nach dem Roman von Pedro Lenz „der Goali bin ig“.

Wir freuen uns auch euch!

Salve

Sandra & das Nouvelles-Team

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