Poulet aux prunes

Dienstag, 5. März 2013 – 18:45 Uhr

Von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud
Drama, Komödie / Frankreich – Deutschland – 2011 / 91’

Teheran 1958 : Der einst begnadete Geiger Nasser Ali Khan ist verzweifelt, weil seine geliebte Geige zu Bruch gegangen ist. Die Suche nach einem ebenbürtigen Instrument bleibt im ganzen Land erfolglos und Nasser Ali Khan beschliesst sich hinzulegen und auf den Tod zu warten. Ihm bleiben noch acht Tage, bis Azrael, der Engel des Todes, ihn endlich erhört. Nasser Ali Kahn erinnert sich an sein bewegtes Leben und gibt sich Träumereien und Visionen hin. So stellt er sich mit viel Fantasie verschiedene Todesarten vor, erinnert sich an Menschen aus seiner Vergangenheit wie an seinen missratenen Sohn, seine brave Tochter, seine herrschsüchtige kettenrauchende Mutter und denkt mit Wehmut an seine heimliche grosse Liebe aus jungen Jahren. „Poulet aux prunes“ ist ein orientalisch-poetisches Lebens- und Liebesmärchen. Der Film verknüpft Animation und Realfilm und zelebriert so das orientalische Erzählen mit seinen1001 Abschweifungen und Nebengeschichten.

Escape from Tibet

Dienstag, 5. März 21:00 Uhr

Von Maria Blumencron
Drama / Deutschland – Schweiz – 2012 / 101’

Die Berliner Studentin Johanna reist in den Tibet und will einen Achttausender bezwingen. Doch beim Aufstieg stürzt sie in eine Felsspalte und landet auf dem Boden einer grausamen Realität. In der Höhle entdeckt sie zwei erfrorene tibetische Kinder. Johanna überlebt. Auf dem Rückweg übernachtet sie in einem Kloster, in welchem Soldaten nach dem Nachfolger des Dalai Lama suchen, der für die chinesischen Machthaber eine unerwünschte Person darstellt. Johanna flieht gemeinsam mit dem kleinen Tempa aus dem Kloster und findet sich bald als aktive Fluchthelferin inmitten eines tibetischen Flüchtlingstrecks in Richtung Nepal, verfolgt von chinesischen Soldaten.

„Escape from Tibet“ ist eine tiefgründige Filmgeschichte zwischen Himmel und Erde, ein Plädoyer für die Kultur des Tibets und bringt das Schicksal Tibets auf den Punkt.

Una noche

Dienstag, 12. März 2013 – 18:45 Uhr

Von Lucy Mulloy
Drama / Kuba – Grossbritanien – USA – 2012 / 90’

Die zwei Freunde Elio und Raul arbeiten in Havanna in der Tourismusbranche und träumen von einem Leben, welches ihnen die westlichen Touristen vorleben. Wie viele Kubaner wollen auch Elio und sein Freund Raul weg aus Havanna. Elio und Raul planen ihre Flucht und bauen sich aus ein paar Brettern ein Floss. Lila, Elios Zwillingsschwester entdeckt das Floss und entschliesst sich, die zwei Freunde auf der Flucht übers Meer zu begleiten.

Lucy Mulloy zeigt in ihrem Film die faszinierenden Seiten Havannas, das Magische und Einzigartige der Stadt. Sie zeigt jedoch auch die Schattenseiten eines überholten politischen Systems und erzeugt somit jene Atmosphäre, in der die Jugendlichen zwischen Bleiben und Abhauen hin und her gerissen sind.

Bombay Diaries

Dienstag, 12. März 2013 – 21:00 Uhr

Von Kiran Rao
Drama / Indien – 2010 / 100’

Menschen, Fahrzeuge, Verkaufsbuden, Strassenküchen, Lärm, Staub, Farben – Bombay, ein indischer Schmelztiegel. Die US-Inderin Shai taucht in diese Welt ein und will die Heimat ihrer Eltern mit dem Fotoapparat erkundigen. Sie trifft auf unterschiedliche Menschen, lässt sich auf Beziehungen ein und verliert diese wieder aus den Augen. So lernt sie den unnahbaren Künstler Arun kennen, der nach einer gemeinsamen Nacht verschwindet. Der Wäscher Munna, Angehöriger einer niedrigen Klasse, führt Shai durch das arme Bombay, träumt von einer Karriere als Filmstar und verliebt sich in Shai. „Bombay Diaries“ erzählt von Menschen mit Sehnsüchten, Träumen, Begehren und zeigt ein vielfältiges Bild der Grossstadt und dem darin herrschenden Zeitgeist auf.

Kyss mig

Dienstag, 19. März 2013 – 15:30 Uhr

Von Alexandra-Therese Keining
Romanze, Drama / Schweden – 2011 / 105’

Mia ist kurz davor ihren Freund zu heiraten. Auf der Verlobungsfeier ihres Vaters trifft sie erstmals auf ihre Stiefschwester Frieda, die Tochter von Papas neuer Frau. Die „Schwestern“ sind unterschiedlich : Mia ist ruhig, seit Jahren in einer Beziehung und erfolgreich in ihrem Job. Frida ist lebenslustig, spontan und liebt Frauen. Innerhalb weniger Tage entsteht zwischen den beiden Frauen eine grosse Anziehungskraft. Frida hat sich schon vor einiger Zeit als lesbisch geoutet und Mia muss nun ihren Lebensentwurf neu überdenken.

Bildstark und ästhetisch thematisiert „Kiss mig“ jenen Punkt im Leben, an dem man sich für eine Richtung entscheiden muss und zeigt die wachsende Liebe zwischen Mia und Frieda mit einer grossen Selbstverständlichkeit und Unaufgeregtheit.

Et maintenant, on va où ?

Dienstag, 19. März 2013 – 18:00 UhrEt maintenant, on va où ?

Von Nadine Labaki
Komödie, Drama / Ägypten – Frankreich – Italien – Libanon – 2011 / 110’

Ein kleines verschlafenes Nest im Libanon, jeder kennt jeden. Einmal in der Woche fahren zwei Jungs mit ihrem Moped und Anhänger in die Stadt, um den Grosseinkauf für das ganze Dorf zu erledigen. Die Männer treffen sich abends in einem Lokal und die Frauen tauschen den neuesten Klatsch beim Backen oder Stricken aus. Das Ganze klingt nach Dorfidyll, wäre da nicht die Tatsache, dass im ganzen Land Unruhen zwischen Moslems und Christen herrschen und sich die Anhänger der jeweiligen Religionen bekämpfen. Doch in diesem Dorf lebt man friedlich neben- und miteinander und die Kirche steht gar in der selben Strasse wie die Moscheee. „Et maintenant, on va où ?“ zeigt eindrücklich und wirklichkeitsnah eine von Glaubenskriegen zerrüttete Gesellschaft.

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